Vita
          
     Bri Hellinckx

     geboren am 
     19. November 1974
     in Wien

     lebt und arbeitet
     in Eisenstadt


               

Der Lauf des Lebens


Als Autodidaktin lerne ich, was ich zum Ausdruck meiner Ideenkinder benötige, durch ausgedehnte Spaziergänge durch die inneren Kreise der Gedankensphären und aus praktischen
Versuchen am Objekt. 


Ich erschaffe figürliche Skulpturen, deren Körper
sich aus einer harmonischen Symphonie an Werkstoffen bilden und nachfolgend übermalt werden. Zu jeder Figur verfasse ich ein Gedicht
welches die Ideenessenz des konzeptionellen
Werkgedankens festhält.




Das Ende des kreativen Universums



Da ich schon als Kind mit den Verformungskünsten der
Barbapapas im Fernsehen nicht ganz zufrieden war, habe
ich mir seinerzeit selbst eine spielerische Aufgabe gestellt.
Ich wollte unendlich viele, neue, aufregende, noch nie da
gewesene Formen, Ideen und Kreationen -
einfach "Viecher" erfinden.


Ich wollte in meiner kindlichen Neugierde sehen, ob es
irgendwann einmal aufhören kann. Ich wollte wissen ob es
ein gefühltes >>Ende der Kreativität<< gibt.
Durch mein Eindringen in immer entferntere Denkräume
weiß ich nun mit erleichtender Sicherheit, dass ich
unendlich viele Formen finden kann und es nie ein Ende
der natürlichen Expansion geben wird.

      





          
Frühe Material-Sammlungen


Heute basieren meine charakteristischen Material-Oberflächen
auf meiner besonderen Leidenschaft zur taktilen Verarbeitung
gegensätzlicher Werkstoffe, welche sich bereits in meiner
Kindheit angebahnt hat. Meine jungen Jahre habe ich
vorwiegend mit dem Sammeln und ordnen von Krimskrams zugebracht. Ganze Sammlungs-Universen haben mein
überfülltes Kinderzimmer bevölkert.
 
Meine Schätze waren damals wie heute: Spitzerreste, Konfetti,
Stoff-Fleckerln, Haare, abgebrochene Buntstiftspitzen,
Faschingsgirlanden, Kugeln leerer Füllfederpatronen, Knöpfe,
Federn, Murmeln, Radiergummis, Stecknadeln u.v.m.

Meine liebgewordenen Heerscharen an Kleinteilen und Firlefanz
ordne ich als hautähnliche Oberflächen nun meinen
figurativen Arbeiten zu.









Entwicklung und Berufung



Meinem Leben „vor der Kunst“ hat sich innerhalb der allgemein anerkannten Lebensformen abgespielt. Nach meiner AHS Matura studierte ich einige Semester Anglistik und Philosophie an der Universität Wien. In den darauffolgenden Jahren war ich als kaufmännische Angestellte im administrativen Bereich in der
Privatwirtschaft tätig.

Nach einer Zeit der Zurückgezogenheit und Konzentration auf Familie und Privates, hat es 2007 begonnen unerwartet kräftig in mir zu brodeln. Zahlreiche Versuche mit diversen kreativen Techniken haben mich 2008 auf meinen Weg und zur Geburt meines erstes skulpturalen archetypischen „Viechs“ gebracht.
Zur vollen Blüte gelangten meine Werke in ihrer logischen
Weiterentwicklung mit der Gestaltannahme der lebensgroßen
Assemblagen. In ihnen habe ich endlich ein Ausdrucksmittel
gefunden, durch welche ich auch komplexe Gedankenschichten
zu einem kongruenten Gesamtbild vereinen kann.
 

Als expansive Weiterführung meines Schaffens entstand 2010
eine erste vierteilige, auf einander abgestimmte Figurengruppe -
„Der Streitwagen“. Auch 2011 folge ich begierig der
unausweichlichen Expansion in das Herz des Universums.

Parallel zur anspruchsvollen Natur der vielschichtigen Skulpturen,
habe ich mehrere reduziertere Werkreihen mit kleineren Figuren kreiert.



Aufbruch in die Welt

In einigen Ausstellungen wurde mein Werk bereits der
interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Der von außen kommende, dezentrierte Blickfokus des Betrachters und dessen Auseinander-
setzung mit dem bereits vollendet manifestierten Werk,
erschafft interaktive Verbindungen zu neuen Wahrnehmungswelten.

Fest verankert in meiner, sich endlos ausbreitenden Ideenwelt,
mache ich mich mit meinem vollgefüllten Ideenranzen auf,
der erwartenden Welt mein Schaffen näher zu bringen.

Meine ersten Ausstellungen wurden von meiner Galerie
„Offenes Atelier, D.U Design, Villach“ organisiert und ich durfte
u.a. mehrmals gemeinsam mit der großartigen Künstlerin
„Barbara Rapp“ ausstellen.









          





                   
 

* Texte von Barbara Rapp:

"Aufgebaut als Drahtgerüste und zum Leben erwecktmit trivialen Gegenständen des Alltags, daraufhin mit bunten und schillernden
Farben bemalt, begegnen uns diese Kinder ihrer Schaffenskraft.
Sie stellen sich mutig und frech vor uns hin und erzählen ihre Geschichte.
Und jedes einzelnde von Bri’s Viechern hat tatsächlich eine besondere Geschichte, sagen wir doch einfach, erlebt.


Nehmen wir als Beispiel ihren „Gegenzeitwart“ her, der sich von der
Zeit ausgesaugt und nackt  in der Gegenwart stehen gelassen fühlt.

Und doch und zum Trotz kostet er sein Leben aus, stopft sich voll mit seinen Erinnerungen, auf dass er ewig leben werde.

Vollgestopft mit farbfigürlichen Ideen und Visionen ist Bri Hellinckx,
wie es scheint.
Lassen wir uns jedoch keinesfalls alleine von der vordergründigen Fröhlichkeit der bunten Farben verblenden –
sehen wir auch genauer hin und entdecken die teils sehr berührenden
und teils recht kritischen Hintergründe dieser faszinierenden Wesen.


Und auf der Suche nach dem Ende der Kreativität ist sie gewesen,
sagt Bri – auf dass sie es niemals finden mag!" *